Vereinschronik des Sportvereins Rot-Weiß Kröppen e.V. 1928

von Heinz Schatz, Kröppen

Bereits lange vor der offiziellen Vereinsgründung im Jahre 1928 wurde in unserer kleinen Grenzlandgemeinde Fußball gespielt.

Niemand kann den genauen Zeitpunkt nennen, zu dem dieses Ereignis in Kröppen eingetreten ist. Von den größeren Städten wurde „das Balltreten“ durch die Dorfjugend (in diesem Falle selbstverständlich nur durch die männlichen Jugendlichen) übernommen. Keiner ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass dieses Spiel einmal Millionen begeistern wird und zur wichtigsten Nebensache oder teilweise auch zur Hauptsache des Lebens werden sollte.

Unter dem Namen DJK wurden Freundschaftsspiele ausgetragen, der erste Fußball auf Raten gekauft und eine Wiese in der Laubersbach zwischen Kröppen und Walschbronn (Frankreich) als Sportplatz genutzt.

Als 1. Vorsitzender fungierte damals der erst vor wenigen Jahren verstorbene Richard Appelmann.

Erst im Jahre 1928 erfolgte unter dem damaligen Süddeutschen Fußballverband die offizielle Vereinsgründung.

Als 1. Vorsitzender wurde damals Ernst Wagner gewählt, der sich auch noch nach dem Kriege für den Verein engagierte.

Auch zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein bereits mit Schwierigkeiten zu kämpfen:
Ein neuer Sportplatz auf dem Weißfeld wurde geschaffen, weil der Platz in der Laubersbach nicht mehr den Anforderungen genügte. Zu spät erkannte man die neuen Probleme mit den Nachbarn, die für dieses Spiel wenig Verständnis zeigten und den Ball in Gewahrsam nahmen, wenn dieser auf ihr Grundstück flog.

Mit Fleiß und Ehrgeiz wurde stets versucht, hinzuzulernen, um dem Fußballspiel einen höheren Stellenwert einzuräumen. Einem ehemaligen Spieler des FK Pirmasens, Herrn Michel, blieb es vorbehalten, als erster offizieller Trainer den Dorfbuben das Fußballspiel näher zu bringen.
An dieser Stelle sei es erlaubt, auf die Parallelen der Zeit hinzuweisen:
Im Jahre 1960 konnte man nochmals mit August Käfer einen bekannten FKP-Spieler verpflichten und es folgten mit Helmut Kapitulski sogar ein zweifacher deutscher Meister und Nationalspieler und auch Hannes Breitzke, Peter Bernhard und Didi Höh sollen nicht unerwähnt bleiben.

Auch die Reihe der Schiedsrichter ist unvergessen, die mit Richard Appelmann bereits in den zwanziger Jahren begann und sich mit Lothar Elig, Günther Stephan, Florian Schwarz und Edgar Wallitt fortsetzt. Zurzeit sind noch zwei Schiedsrichter für unseren Verein aktiv: Edgar Wallitt und Günther Stephan.

Mit der Machtübernahme der NSDAP im Jahre 1933 fielen auch die ersten Schatten auf das junge Vereinsleben. Die gewählte Vorstandschaft wurde abgelöst und durch einen kommissarischen Leiter ersetzt. Der innere und aktive Widerstand gegen dieses Machtstreben führte schließlich dazu, dass die aktive Mannschaft den Spielbetrieb einstellte. Mit der Auflösung der Jugendmannschaft im Jahre 1935 war das Vereinsleben erloschen.

Aber bereits im Jahre 1949, also knapp vier Jahre nach der Beendigung des Zweiten Weltkrieges, entstand neues Vereinsleben. Obwohl der Krieg auch in den Reihen der Sportler Lücken hinterlassen hatte, fanden sich wieder Einige bereit, dem Verein neue Impulse zu geben und eine neue Mannschaft aufzubauen.

Wiederum wurde ein neuer Sportplatz auf dem derzeitigen Gelände geschaffen, Sportkleidung und Fußbälle auf dem Tauschwege gegen Nahrung besorgt und die Fahrten zu den Auswärtsspielen mit einem offenen LKW durchgeführt.

Nachdem in den Jahren 1958 bis 1960 der Spielbetrieb wegen Mangel an Spielern vorübergehend ruhte, gelang im Jahre 1961 der aktiven Mannschaft der bis dahin größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, als sie über die Pokalmeisterschaft den Aufstieg in die B-Klasse erreichte. Noch heute erinnern wir uns gerne an das dramatische Endspiel um diese Meisterschaft auf dem neutralen Sportplatz der SG Pirmasens gegen die Mannschaft des FC Ruppertsweiler, das mit 3:2 gewonnen wurde.

Getragen von diesem sportlichen Erfolg war der Verein bestrebt, auch die sportlichen Einrichtungen zu verbessern. So wurde eine Vergrößerung des Sportplatzes vorgenommen, Wasser und Strom verlegt und anstelle der bisherigen Notunterkunft im Jahre 1969 ein neues Sportheim errichtet.

Gerade diese Maßnahme stellte an alle Mitglieder des Vereins, insbesondere jedoch an Vereinsausschuss und Vorstandschaft, Anforderungen, die weit über den Rahmen des Üblichen hinausgingen. Dieses Sportheim wurde im Laufe der Jahre mehrmals erweitert und verbessert und ist heute der Mittelpunkt unseres Vereinslebens.

Die Freude über die Errichtung des Sportheimes wurde allerdings durch einen Rückschlag auf sportlicher Ebene getrübt. Im Rahmen einer Umorganisation der Amateurklassen wurde die Mannschaft in die C-Klasse zurückversetzt, obwohl sie keinen Abstiegsplatz innehatte.

Im Jahre 1978 feierte der Verein mit seinem 50-jährigen Jubiläum das bis dahin größte Fest in der Vereinsgeschichte. In einem riesigen Festzelt durften wir auch unsere damaligen Freunde aus Sevenoaks in England begrüßen, zu denen der Verein unter Mithilfe der Familie Schomburg (verstorben) ein gutes sportliches Verhältnis pflegte. Neben den vielen privaten gegenseitigen Besuchen war unser Verein offiziell dreimal in England zu Gast und die Engländer haben diese Besuche ebenso oft erwidert.

Die Freundschaft konnte allerdings über die vielen Jahre nicht aufrechterhalten werden, was primär mit den zu großen Entfernungen zu begründen ist.

Nach diesem Großereignis folgten einige Jahre der Ruhe und wenn man es richtig ausdrücken möchte, der Stagnation, weil der Verein an den finanziellen Lasten für das Sportheim schwer zu tragen hatte und es auch immer schwieriger wurde, wegen Mangel an Spielern, den Sportbetrieb aufrechtzuerhalten.

Im sportlichen Bereich war man deshalb zufrieden, wenn die Mannschaft in der untersten Klasse einen Tabellenplatz im oberen Drittel erreichte. Die Wünsche und Ansprüche an die sportlichen Einrichtungen waren deshalb jedoch nicht geringer. Der gute alte Rasenplatz, den die gegnerischen Mannschaften so fürchteten und der im Winter teilweise einer Moorlandschaft gleich kam, konnte deshalb nicht mehr befriedigen. Mit Unterstützung der Gemeinde, Verbandsgemeinde, des Kreises, des Südwestdeutschen Fußballverbandes und mit Zuschüssen anderer Träger und Privatpersonen wurde deshalb im Jahre 1979 mit dem Bau eines Hartplatzes begonnen und ein Jahr später eingeweiht. Auch diese Maßnahme forderte wieder von allen Vereinsmitgliedern und primär von Vorstandschaft und Vereinsausschuss enorme Anforderungen, die nicht nur in dem persönlichen Einsatz im Rahmen des Ehrenamtes lagen, sondern auch teilweise mit erheblichen finanziellen Belastungen für den Einzelnen verbunden waren.

Die notwendigen sportlichen Einrichtungen, Sportheim und Sportplatz waren damit geschaffen. Der sportliche Erfolg ließ allerdings lange auf sich warten.

Trotz vieler Versuche und Anstrengungen dauerte es bis in das Jahr 1990, als unter Trainer Hannes Breitzke der 2. Tabellenplatz erreicht und in einer sich anschließenden Relegationsrunde der Aufstieg in die B-Klasse gelang.

Die Freude hierüber war jedoch von kurzer Dauer. Bereits zwei Jahre später, also im Jahre 1992, ist die Mannschaft mit dem gleichen Trainer wieder abgestiegen.

Die alte Tradition des Vereins wurde erneuert und um eine Gymnastikabteilung erweitert. Diese wurde 1994 unter Sabine Ziegler gegründet und wird seit 1997 durch Romy Martz geleitet.

Es sollten weitere acht Jahre vergehen, bis 1999, diesmal mit dem Trainer Andreas Durawa, erneut der Aufstieg gelang. Diesmal wurde die Mannschaft Meister der C-Klasse Ost. Dies war eigentlich die erste echte Meisterschaft in einer Meisterschaftsrunde, nachdem 1961 über die Pokalmeisterschaft und 1990 als Tabellenzweiter über die Relegationsrunde der Aufstieg gelungen war.

Auch dieser sportliche Erfolg konnte nicht bewirken, dass sich genügend Spieler fanden, um eine spielfähige Mannschaft zu bilden. Die Geschichte aus dem Jahre 1958 wiederholte sich im Jahre 2001. Wieder musste der Verein den Spielbetrieb wegen Mangel an Spielern einstellen. Dies war deshalb besonders tragisch, weil bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebes im Jahre 2002 die Mannschaft in die Kreisklasse zurückgestuft wurde. In dieser Klasse spielt unsere Mannschaft bis heute.

Im Jahre 2003 wurde das 75-jährige Vereinsjubiläum begangen. Wie bereits zum 50. Jubiläum war dies mit einem großen Fest, Festzelt, Musik und vielen Ehrengästen und Ehrungen verbunden.

In der Spielzeit 2008/2009 wurde mit Trainer Christoph Horder der 5. Platz erreicht. Für die Spielzeit 2009/2010 wird eine Verbesserung dieses Ergebnisses angestrebt.
Die Verantwortlichen des Vereins sind weiterhin bestrebt, wieder einen Aufstieg in die nächst höhere Klasse zu erreichen.

In den Jahren 2007 bis 2009 wurde das Sportheim innen und außen komplett in Eigenleistung renoviert. Dieses wurde durch private Spenden und einen Zuschuss der Theysohn-Stiftung mitfinanziert.

Seit der Gründung des Vereins vor rund 80 Jahren waren rund 20 Personen als Vorsitzende tätig oder der Verein wurde durch ein Vorstandskollegium geleitet.
Seit Februar 2009 wird der Verein durch die beiden gleichberechtigten Vorsitzenden Jürgen Schatz und Matthias Schäfer geführt. Als Schriftführer und Kassierer fungiert Peter Kern.

Kröppen, 27.06.2009
Heinz Schatz